
Wie schwer das ist.
In einem gesperrten Raum findest du ein Loch in der Wand und stellst dir dich in Freiheit vor. Wo du dich lebendig fühlst. Wo ich atmen kann.
Siehst du mich? Kannst du bisschen näher kommen?
Ich gebe dir meine Seele in die Hand.
Lass Sie bitte frei, sie soll nicht mehr an mich, an diese lebende Leiche, denken.
Dieser Körper ist nur ein Raum, wie dieser Bilderrahmen, welcher seit Jahren bei mir an der Wand hängt, der so viel Staub angesammelt hat. Du kannst aber diesen Staub wegwischen, um zu sehen, wie auch ich mal lachen konnte.
Gibt es eine Zukunft für mich, für eine eingesperrte lebende Leiche? – so gerne hätte ich Hoffnung!
LASS MEINE SEELE FREI!
Dr.In Asma Ismaelzada, Gynäkologin, Kabul, seit 2012 in Österreich; eine Nostrifizierung war nicht möglich; Dolmetscherin bei Hiketides
Dieser Text entstand im Rahmen eines Schreibworkshops im März 2024.