Der Kardamomduft meiner Erinnerung

Ich war 26 Jahre alt, als ich das erste Mal das Gefühl hatte, unsicher zu sein.

Das Gefühl von Angst und das Wissen, dass wir nur Spielzeuge in den Händen der Machthaber sind überfluteten mich.

„Und jedem Anfang wohnt in mir ein Zauber inne“, 

Es geht aber dieses Mal nicht nur um Zauber, der das Unmögliche möglich macht, sondern um den Mut, den ich finden muss, um zu leben und um Fantasie und Hoffnung. 

Ich habe Rollenspiele gespielt und daran geglaubt, dass alles in Ordnung ist, ich bin sicher: ich werde es schaffen.

Heute, am 11. April, beginne ich mit dem Mut weiterzumachen, weiterzugehen.

Aber ich weiß nicht einmal, ob heute wirklich der 11. April ist, oder ob ich noch in einem Traum bin und bald wieder aufwache. Ich sehe mich zuhause auf meiner Terrasse, mit meiner Mutter und mit arabischem Kaffee, der nach Kardamom riecht, und ich erzähle ihr, wie der Tag meiner Kinder in der Schule war, und wir lachen.

Ich lebe nicht in der Fantasie, sondern ich bin ein Mensch, der viel erlebt hat und schöne Träume hat und daran glaubt, dass das Schönste immer am Ende kommt.

Hadeel Shami, Schreibwerkstatt März 2026

Lass meine Seele frei!

Wie schwer das ist.

In einem gesperrten Raum findest du ein Loch in der Wand und stellst dir dich in Freiheit vor. Wo du dich lebendig fühlst. Wo ich atmen kann.

Siehst du mich? Kannst du bisschen näher kommen?

Ich gebe dir meine Seele in die Hand.

Lass Sie bitte frei, sie soll nicht mehr an mich, an diese lebende Leiche, denken.

Dieser Körper ist nur ein Raum, wie dieser Bilderrahmen, welcher seit Jahren bei mir an der Wand hängt, der so viel Staub angesammelt hat. Du kannst aber diesen Staub wegwischen, um zu sehen, wie auch ich mal lachen konnte.

Gibt es eine Zukunft für mich, für eine eingesperrte lebende Leiche?  – so gerne hätte ich Hoffnung!

LASS MEINE SEELE FREI!

Dr.In  Asma Ismaelzada, Gynäkologin, Kabul, seit 2012 in Österreich; eine Nostrifizierung war nicht möglich; Dolmetscherin bei Hiketides

Dieser Text entstand im Rahmen eines Schreibworkshops im März 2024. 

Damit meine Geschichte nicht verloren geht

Ich habe meine Geschichte nicht gewählt.

Ich habe nicht gewählt, den Krieg zu erleben.

Nicht die Explosionen.

Nicht die Nächte voller Angst.

Nicht die Stille danach- eine Stille, die lauter war als jeder Knall, gefüllt mit den

Geräuschen des Todes.

Und trotzdem musste ich vor meinen Kindern lächeln.

Musste ihnen sagen, dass alles in Ordnung sei.

Dass wir noch leben. Dass wir sicher sind.

Ich musste meine Angst verstecken, meine Tränen trocknen, während das einjährige

Kind meiner Nachbarin starb.

Ich musste Anrufe ignorieren und bin mit meinen Kindern nicht in den Keller

gegangen, um sie davor zu schützen, die schlimme Realität zu hören.

Damit sie nicht zu einer weiteren Geschichte über Kinder werden, die lebendig unter

den Trümmern eines Hauses gestorben sind – eines Hauses, das einmal ein

Zuhause war.

Also drehte ich die Musik laut auf.

Ich tanzte mit ihnen, mit einem weinenden Herzen und einem falschen Lächeln.

Ich erzählte schöne Geschichten über ein Land, das einmal unser Zuhause war.

Ein Land, das damals Syrien hieß.

Ich habe sicher nicht gewählt.

Ich habe nicht gewählt, dass meine Kinder all das sehen mussten, all das erleben

mussten.

Ihre Augen waren viel zu jung, um zu begreifen, was um sie herum geschah.

Zu jung, um den Tod kennenzulernen.

Zu jung, um zu verstehen, warum ihre Freunde plötzlich verschwanden.

Freunde, die sie liebten.

Ich habe nicht gewählt, dass mein Mann uns verlassen musste – aus Angst, dass wir

mit ihm sterben könnten.

Im Meer. In einem Lastwagen, atemlos.

Auf der Flucht in eine Freiheit, die niemand garantieren konnte.

Und ich habe nicht gewählt, zwei Jahre im Krieg zu bleiben.

Zwei Jahre allein mit drei kleinen Kindern, die noch an Spielplätze glaubten, frei von

Pistolen.

An Straßen ohne Bomben.

An einen blauen Himmel, unter dem Flugzeuge Menschen bringen – nicht den Tod.

Ich habe meine Geschichte nicht gewählt.

Nicht einmal den Tag, an dem ich mein Zuhause verließ und die Tür hinter mir

schloss.

Meine Kinder mussten ihre Lieblingsspielzeuge zurücklassen. Kleine Dinge, aber für

sie war es eine ganze Welt.

Ich wusste nicht, ob es besser werden würde.

Ich wusste nur, dass wir gehen mussten.

Ich habe nicht gewählt, meine Mutter zurückzulassen.

Meinen Bruder.

Meine kleine Nichte, die gerade erst laufen lernte.

Meine Freundin aus Kindertagen, mit der ich unzählige Male Kaffee getrunken habe.

Die Straßen meiner Kindheit.

Die Schule, in der ich groß geworden bin.

Und ich habe sicher nicht gewählt, dass meine Kinder all das ebenfalls verlassen

müssen.

Ich habe mir nicht ausgesucht, Ausländerin zu sein.

In einem neuen Land zu stehen, mit einer Sprache, die mir fremd war,

und einem Leben, das ich von vorne beginnen musste,

nachdem ich alles verloren hatte wegen etwas, das ich nie gewählt habe.

Die Nächte waren still. Zu still.

Ohne Familie. Ohne Freunde.

Es gab nur einen Wunsch:

dass meine Kinder überleben.

Und ich musste stark sein,

Und ich musste stark sein, auch in Momenten, in denen ich innerlich zerbrach.

Ich habe diese Geschichte nicht gewählt.

Und doch ist sie meine.

Sie lebt in meinen Erinnerungen,

in meiner Stimme,

in jedem Schritt, den ich heute gehe.

Aber ich habe gewählt, wie ich weitergehe.

Ich habe gewählt, ein Licht am Ende dieses dunklen Tunnels zu sehen.

Ich habe gewählt, nicht aufzugeben.

Für mich.

Für meine Kinder.

Auch wenn jeder Schritt schwer war.

Ich habe gewählt, Hoffnung zu tragen,

selbst wenn sie nur leise in mir flackerte.

Ich habe gewählt, meine Augen zu schließen,

wenn mir feindliche Blicke begegneten,

und meine Ohren,

wenn Worte fielen, die verletzen sollten.

Und ich gehe weiter.

Weil ich gewählt habe, zu leben.

Heute erzähle ich meine Geschichte

nicht nur mit Schmerz,

sondern mit Würde.

Mit Mut.

Und mit der Kraft, weiterzugehen.

-Hadil Shami

Schreibwerkstatt 2026

Freiheit – Illusion oder eine innere Wahrheit

 Was ist Freiheit? Ist sie etwas Greifbares, das man besitzen kann, oder nur ein Gefühl, das uns durch den Kampf begleitet? Vielleicht ist Freiheit viel komplizierter, als wir denken. 

Man kann frei sein und sich dennoch gefangen fühlen. Äußere Freiheit bedeutet nicht immer innere Freiheit.

Gesellschaftliche Normen, Erwartungen oder Ängste können uns in unsichtbare Ketten legen. Ein Mensch kann scheinbar alles haben, Geld, Macht, die Möglichkeit zu reisen, und sich dennoch wie ein Gefangener fühlen. Andererseits kann jemand in einer Zelle sitzen, physisch eingesperrt, aber in seinen Gedanken frei sein. Das[HM1]  Verantwortungsgefühl gegenüber der Familie und den Liebsten kann einschränkend wirken und einem die Freiheit nehmen.

Der Geist kann Grenzen überschreiten, Träume können Mauern durchbrechen.

Freiheit beginnt im Kopf, in unserer Vorstellungskraft, in unserem Mut, anders zu denken.

Wahre Freiheit bedeutet nicht nur, tun zu können, was man will. Sie bedeutet auch, sich nicht von äußeren Zwängen und inneren Ängsten bestimmen zu lassen.

Vielleicht ist Freiheit kein Zustand, sondern eine Entscheidung.


Hadil Shami

Das Leben einer Mutter

von Asma Ismaelzada

Hast du dich je gefragt, warum ich, als du noch ein kleines Kind warst, immer wieder deine Fußsohlen küsste? Von dem Moment an, als du deine ersten Schritte in mein Leben gesetzt hast, und noch viele Jahre danach, als ich dich Nacht für Nacht in dein Bett brachte.

Es war, weil du mit jedem deiner kleinen Schritte meinem Leben eine besondere Bedeutung geschenkt hast – die Ehre, Mutter zu sein. Eine Ehre, die das schönste Gefühl dieser Welt ist und zugleich ein Weg ins Paradies.

Mit jedem Kuss auf deine Fußsohlen legte ich all meine Liebe und mütterliche Zärtlichkeit in dich hinein, damit sie durch deine Adern bis zu deinem Herzen gelangt. Damit du spürst und niemals vergisst, dass deine Mutter dich nie allein lässt – dass sie immer in deinem Herzen lebt. So wie einst, als du in meinem Bauch warst, genährt von meinem Blut, während dein kleines Herz gemeinsam mit meinem schlug – manchmal sogar schneller. – Eine Mutter lebt im Herzen ihres Kindes weiter. Ihr Herz schlägt im Inneren des Kindes und bleibt stets wachsam, stets beschützend.

Mit jedem Kuss wollte ich dir die Kraft schenken, auf eigenen Füßen zu stehen, zu wachsen und deinen Weg im Leben zu gehen. Jeder Kuss machte deine zarten Füße ein wenig stärker, damit du standhaft bleibst – im Gehen, im Laufen und im Bestehen.

Und nun bist du erwachsen. Du gehst deinen eigenen Weg, stark und aufrecht, und stellst dich den Herausforderungen des Lebens. Heute küsse ich nicht mehr deine Fußsohlen – heute küsse ich deine Stirn. Und noch immer bin ich stolz auf dich. Stolz darauf, dass die Liebe und Kraft, die ich dir einst mitgegeben habe, in deinem Herzen weiterlebt und dich mit jedem Atemzug trägt.

Doch frage dich selbst:

Wenn deine Mutter heute krank ist  – bist du dann da?

Und küsst du, bevor sie einschläft, auch ihre müden Füße?

Asma Ismaelzada

2026

Angst, Diskriminierung,Verwirrung

von Jwan Haji

Als kleines Kind hatte ich einen ganz einfachen Wunsch: so wie andere Kinder auch wollte ich meine Muttersprache lernen. Ich wollte verstehen, was meine Familie sagt, wollte Geschichten hören und mich ausdrücken – in der Sprache, die mir eigentlich gehört. Doch dieser Wunsch blieb unerfüllt.

Es war verboten. Uns wurde gesagt: Wenn ihr eure Muttersprache sprecht, werdet ihr bestraft. Wir wurden eingeschüchtert, unter Druck gesetzt – manche wurden sogar geschlagen. Ich erinnere mich noch genau an diese Worte, die wie ein Schatten über meiner Kindheit lagen.

Wir durften sie nicht lesen, nicht schreiben, nicht lernen – nicht einmal sprechen. Die Sprache, die unsere Identität ausmacht, wurde uns systematisch weggenommen.

Heute kann ich sie zwar sprechen, aber nicht richtig. Nicht so, wie ich es könnte, wenn man mir die Chance gegeben hätte. Ich spreche mit Akzent, mir fehlen oft die Worte, und beim Schreiben oder Lesen fühle ich mich wie ein Kind, das nie zur Schule gehen durfte.

Viele Kinder meiner Generation haben Ähnliches erlebt. Wir wurden ausgegrenzt, beschämt, gedemütigt – nur weil wir anders waren. Nur weil wir eine andere Sprache hatten. Ich bin einer von vielen, die bis heute die Folgen dieser Diskriminierung tragen.

Ich kann wenig lesen und schreiben. Nicht, weil ich es nicht wollte – sondern weil man es mir nicht erlaubt hat.

Diese Erfahrung begleitet mich bis heute. Sie hat Angst hinterlassen. Verwirrung. Und eine Lücke, die schwer zu schließen ist:


Jwan Haji
Sozialarbeiter, Salzburg
Schreibwerkstatt Mai 2025

Im Feuer des Krieges

Kein Schutz, kein Weg zur Flucht.

von Asma Ismaelzada

Wieder steigen Rauch und Flammen auf.
Ob aus Teheran oder Israel – was macht es für uns schon einen Unterschied?
Wenn der schwarze Rauch in den Himmel steigt,
verbrennen wir hier unten.

Ich kenne die Politik nicht,
doch ich die lebendige Erzählung eines Krieges.
Ich bin im Krieg groß geworden,
und wenn ich noch am Leben
bin, dann nur aus göttlicher Gnade.

Meine Kindheit, meine Jugend und mein Erwachsenwerden-
Sie alle wurden begleitet vom
Klang der Raketen, der Gewehre, der Schüsse.
Ich habe die Mädchen meiner Schule mit eigenen Augen gesehen,
wie sie schreiend davonliefen-verbrannt von Säure,
fliehend, dass ihre Haut nicht zerfalle.

Ich habe das verwundete Herz von Kabul
mit eigenen Füßen berührt,
als es in den Flammen des Krieges brannte.
Nicht aus der Ferne –
Ich atmete täglich zwischen Rauch und Trümmern, aber
lebendig war ich nicht.

Während eines Unterrichts zur Chirurgie im Krankenhaus in
Kabul,
erschütterte eine Explosion
alles.
Verletzte und getötete College-Klassenkameraden lagen um uns herum,
vom Rauch und den einstürzenden Decken konnte
ich kaum erkennen,
wer vor Schmerz und wer vor Angst schrie.
Die blinde Rakete riss das Herz des liebsten
College-Klassenkameraden – Walkil- in Stücke.
Vor meinen Augen schloss er
für immer seine Augen.
Nur sein Lächeln
verblieb bis heute in einem
leeren Bilderrahmen,
in den zitternden Händen seiner
Mutter.

Wir hofften auf einen anderen
Tag,
an dem die Geschichte der Verlorenen nicht nur auf Fotos
lächeln.
Aber der Krieg hörte nie auf.
Jeden Tag brach ein Teil
unseres Herzens mehr.
Wir blieben im Heimatland –
mit der Hoffnung,
dass der Frieden irgendwann
Einzug hält.
Aber er kam nie.

In einem Land, in dem
die Waffen sprechen
Und der Mensch schweigt.
Gerechtigkeit blieb stumm,
und Macht lag im Abzug des
Gewehrs.

Die Bewaffneten glaubten,
Himmel und Erde zu
beherrschen.
Wen sie wollten,
töteten sie …
und lachten danach
über seinem Leichnam.

So kamen wir – ich und meine
zwei Kinder- jenseits der
Grenze,
tausende Kilometer fern der
Heimat.
Unser Ort wechselte,
doch der Schmerz blieb derselbe.
Krieg daheim, leid in der
Fremde,
Trennung von Familie, verloren im Labyrinth der Politik.

Ich war ausgebildete
Ärztin, hatte zehn Jahre
Berufserfahrung in meiner
Fachrichtung.
Ich konnte Diagnosen
stellen, die besten Behandlungsmethoden
anwenden…
Doch hier wurde ich
eine stumme, eine unwissende
Frau.
Als wäre all mein Wissen
an der Grenze zurückgeblieben.
Seit Jahren bin ich nun hier:
Eine unschuldige Exilantin.
Einige meiner Angehörigen
wurden ins Nachbarland Iran
verschlagen-
mit starken Herzen, stillem Stolz
Und der Kraft, Bekleidungen zu ertragen..
Damit ihre Kinder
In Frieden groß werden und
lernen können.

Damit sie irgendwann nicht den Wunsch nach einem
Paar Schuhe haben müssen.

Und nun- da Iran und Israel im
Krieg sind,
werfen sie Bomben in den
Himmel des jeweils anderen.
Die Tauben wurden mit Kugeln
ersetzt.

Ich weiß nichts über diesen
Krieg,
verstehe keine Politik,
kenne keine
Hinterzimmerstrategien –
Aber eines weiß ich sicher:
Wenn das Feuer lodert,
dringt der dichte schwarze
Rauch
wie Kummer
In unsere Augen.

Und wieder verbrennen wir.
Wir – ohne Grenze,
ohne Zuflucht,
ohne Fluchtweg.
Wir, die noch nirgends Wurzeln
haben,
nicht einmal feste Schuhe für
die Flucht.

Wenn wir leben,
dann nur mit der Hoffnung auf
ein besseres Morgen –
ein Morgen, der die Krieger nicht kommen lässt.

Diejenigen, die den Krieg
beschließen,
wissen genau: Sie werden
weder Helden noch Sieger.
Sie bringen nur Zerstörung und
Elend.
Im Krieg gewinnt niemand –
Nur der Mensch stirbt,
und die Menschlichkeit mit ihm.

Wie immer töten Kriege
Unschuldige Mütter und Kinder.
Mütter, deren Häuser zerstört
wurden.

Heute sah ich in den
Schlagzeilen
Eine Mutter schreien:
Gestern habe ich ein neues haus gekauft,
heute ist mein Haus im Feuer
des Krieges verbrannt … Wohin
soll ich gehen?

Diejenigen, die die Kriegsknöpfe
Drücken,
vergessen, dass ihren Gewehren
tausnede unschuldige Kinder
gegenüberstehen…
Millionen stumme Mütter
Die niemals am politischen
Podium gesprochen haben.

Diese Mütter kennen keine
Politik,
haben keinen Platz am
Verhandlungstisch –
Nur einen Kloß im Hals.
Kein Schutz, kein Brot,
keine Fluchtmöglichkeit.

Wohin sollen diese armen
Mütter mit ihren Kindern fliehen,
dass keine Bomben auf sie
fallen?
Wohin sollen sie fliehen,
damit das Kind nicht vom Albtraum aus Feuer und Asche
erschüttert wird?

Ach, wenn Politiker nur Ohren
Hätten,
um die Schreie von Millionen
Menschen auf dieser Erde zu
hören…
die sagen:
Begrabt uns nicht länger
Unter der Asche des Krieges …
Nein zum Krieg,
nein zur Heimatlosigkeit,
nein zur Ungerechtigkeit.
Seid Menschen…bleibt einfach
Mensch – das genügt.

Und ich sage:
Ihr, stille Krieger hinter den Landkarten…
vergesst nicht:
Am Ende des Krieges auf dieser
vergänglichen Erde
Bleiben euch nur zwei Meter
Erde –
Und ein kalter Stein
Mit dem Namen grausamer Mörder.
Ein Stein,
auf den selbst der Regen nicht mehr weinen wird.

Wenn nur eines Tages
Alles Grenzen aus den herzen
Verschwinden könnten
Und wir nur „Menschen“ bleiben

Nicht Nationalität, nicht
Flüchtling, nicht Feind…
Nur Mensch
Unter einem einzigen blauen,
ruhigen Himmel,
mit einer Schar weißer Tauben.

Auf Hoffnung für Frieden und
Ruhe in allen Ländern der Welt.
Mit tiefem Schmerz,

Dein Freund,
Asma


Asma Ismaelzada
August 2025
Asma Ismaelzada ist Gynäkologin aus Kabul